Buchempfehlungen

 

Nachfolgend empfehle ich Ihnen lesenswerte Bücher zur Psychologie aus verschiedenen Bereichen.


 

Howard, P. J. & Howard, J. M. (2002). Führen mit dem Big-Five-Persönlichkeitsmodell. Frankfurt am Main: Campus.

Hinweis: Eine limitierte Sonderausgabe erschien 2008 als Band 6 in der Reihe "Erfolgreich führen" in einer Gemeinschaftsaktion mit der Verlagsgruppe Handelsblatt.

Für Entscheider, HR-Profis und Persönlichkeitsinteressiert: Dieses Buch führt in die berufliche Anwendung des Fünf-Faktoren-Modells ein und zeigt anhand vieler Beispiele den Nutzen für Führung, Verkauf, Karriere, Teams und Personalauswahl. Nachteil: Das Buch ist bereits 10 Jahre auf dem Markt und es fehlen daher aktuelle Erkenntnisse und Instrumente zu den Big Five. Zudem zeigt es ausschließlich die Situation US-amerikanischer Unternehmen; europäische und deutsche Beispiele finden sich nicht. Vorteil: Die Howards sind bekannte Experten und aus ihren Erfahrungen lassen sich viele Hinweise zum Umgang mit den Big Five im Beruf ableiten.


 

Nettle, D. (2012). Warum du bist, wie du bist (2. Auflage). Köln: Anaconda. Hinweis: Die erste Auflage erschien 2008.

Für Persönlichkeitsinteressierte und Evolutionäre: Dieses Buch von Daniel Nettle, einem schottischen Psychologen mit Schwerpunkt Evolution und Persönlichkeit, zeigt anhand von Personen aus dem Alltag, wie sich die fünf Faktoren im Leben zeigen und auswirken, wie Forscher zu dieser Persönlichkeitsklassifikation kamen, wie durch die Evolution die unterschiedlichen Persönlichkeitsausprägungen (vermutlich) entstanden sind und welche Vor- und Nachteile hohe, mittle und niedrige Big Five-Werte haben. Zudem belegt er seine Aussagen mit zahlreichen Studien, von denen einige besonders interessant sind. Weiterer Pluspunkt: Der auf wissenschaftlicher Grundlage basierende Kurzfragebogen zu den Big Five mit 12 Situationsbeschreibungen.


 

Saum-Aldehoff (2012). Big Five. Sich selbst und andere erkennen (2. Auflage). Ostfildern: Patmos. Hinweis: Die erste Auflage erschien 2007.

Für Persönlichkeitsinteressierte: Der Autor ist Redakteur bei Psychologie Heute und er beschreibt in seinem Buch ebenfalls die Big Five. Wie Nettle stellt er dabei die fünf Faktoren nacheinander anhand von Beispiele vor: Diese stammen bei ihm jedoch aus Filmen bzw. Theaterstücken. Saum-Aldehoffs Text orientiert sich ebenfalls an Studien und er berücksichtigt dabei auch wichtige deutsche Beiträge zur Persönlichkeitspsychologie und zum Fünf-Faktoren-Modell (wie die von Angleitner, Asendorpf, Becker, Borkenau, Henning, Netter, Ostendorf, Riemann oder Spinath). Ebenfalls liegt dem Buch ein Selbsttest zu den Big Five bei: Hier kann der Leser 50 Eigenschaften beurteilen, in wie weit sie auf ihn oder sie zutreffen. Vorteil dieses Buches ist der deutsche Bezug sowie der leserfreundliche Schreibstil. Nachteil ist jedoch der geringere Inhalt sowie, wie bei Nettle, der geringe Bezug zum Beruf.


 

Sam Gosling (2008). Snoop. What Your Stuff Says About You. New York: Basic Books.


 

Daniel Kahneman (2012). Schnelles Denken, langsames Denken. München: Siedler.

Für Entscheider, Berater und Nobelpreisträger: Der US-israelische Psychologe Daniel Kahneman hat 2002 den Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften gewonnen. Warum? Was hat ein Psychologe getan, dass die Wirtschaftswissenschaften revolutionierte? Bestimmt wissen Sie es bereits, doch hier fasst der Mann seine und die aktuellen Erkenntnisse der Psychologie zusammen, wie wir entscheiden und wir wir mit diesem Wissen Entscheidungen verbessern können.


 

James W. Pennebaker (2011). The Secret Life of Pronouns. New York: Bloomsbury Press.

 

Für Sprachinteressierte, Textanalysten und Praktiker: Der Psychologe James Pennebaker der Universität Texas hat durch seine Arbeiten wichtige Beiträge, Erkenntnisse und Methoden zum menschlichen Erleben und Verhalten geliefert. Bekannt wurde er weltweit und in Deutschland durch seine Buch „Heilung durch Schreiben“, das seine Forschung und seine Methode vorstellt, Traumata und negative Erfahrungen Hilfe erfolgreich zu verarbeiten. Studien und Erfahrungen zeigen, dass seine Methode vielen Menschen wirklich hilft. In den letzten Jahren hat Pennebaker sich auf die computergestützte Textanalyse konzentriert, um menschliches Erleben und Verhalten zu verstehen und Verhaltensstrategien daraus abzuleiten. Im Buch erfahren wir z.B., warum selbstbewusste Führer wie Barack Obama viel häufiger das Wort „wir“ benutzen, was uns Worte über die Persönlichkeit eines Menschen erzählen und was der häufige Gebrauch des Wortes „ich“ bedeutet. Fazit: Spannende Psychologie, wissenschaftlich fundiert und mit hohem Nutzen (Bewerbungen, Interviews, Blogbeiträge, Selbstberichte von Klienten, Trainings, Lügenerkennung) für die Praxis.


 

James W. Pennebaker (2009). Heilung durch Schreiben. Ein Arbeitsbuch zur Selbsthilfe. Bern: Huber.


 

Adrian Furnham (2008). Personality and Intelligence at Work. Exploring and Explaining Individual Differences at Work. East Sussex: Routledge.


 

Mark van Vugt & Anjana Ahuja (2011). Naturally Selected. The Evolutionary Science of Leadership. New York: Harper Collins.

Für Führungskräfte, HR-Profis und Evolutionäre: In der Biologie und in der Wissenschaft ist die Evolution eine Tatsache, die das Leben und Sterben auf der Erde steuert. Der Mensch als Teil der Natur und höchste Form des Lebens entstand unter diesen Evolutionsmechanismen in den letzte Millionen Jahren, und wir haben uns dabei zur bisher erfolgreichsten und komplexesten Art des Lebens entwickelt. Die Evolutionspsychologie hat sich in den letzten Jahrzehnten etabliert und als fruchtbar erwiesen, um wichtige menschliche Verhaltens- und Erlebensweisen zu erklären. Der international renommierte Führungsforscher Mark van Vugt von der Universität Amsterdam hat zusammen mit einer Wissenschaftsjournalistin aus London das interessante Buch "Naturally Selected" geschrieben. Darin wendet der Niederländer die Erkenntnisse der Evolutionsforschung auf die Führung von Gruppen an. Er zeigt, wie sich Führung innerhalb der Entwicklung der Menschheit von den Stämmen der afrikanischen Savanne, über Königreiche bis hin zu Staaten und großen Konzernen verändert hat und welche Konsequenzen für die heutige Praxis wir daraus ziehen können. Mit einem wissenschaftlich fundiertem Fragebogen, zu welcher Sorte evolutionärer Führer der Leser gehört, endet das kleine, aber feine Werk.


 

Uwe Peter Kanning (2004). Standards der Personaldiagnostik. Berlin: Beuth, Göttingen: Hogrefe [inkl. der DIN 33430]


 

Karl-Heinz-Renner, Astrid Schüzt, Franz Machilek (Hrsg.). Internet und Persönlichkeit. Göttingen: Hogrefe.


 

Jonathan Passmore (Ed.). (2008). Psychometrics in Coaching. Using Psychological and Psychometric Tools for Development. London: Kogan-Page.

Für Coaches, Führungskräfte und Diagnostiker: Das Buch informiert darüber, wie psychologische und diagnostische Instrumente sinnvoll in den Coachingprozess mit unterschiedlichen Zielen eingebettet werden können.

 

Hinweis: Die Neuauflage erscheint im November 2012:


 

Steven Pinker (2011). Wie das Denken im Kopf entsteht. Frankfurt am Main: Fischer.

Für Erkenntnissuchende und lange Winterabende: Wie und was ist der Mensch? Warum handelt er, wie er handelt? Und wie hängen Gehirn, Wahrnehmung, Intelligenz, Lachen, Beziehungen, Musikinteresse, Sinn des Lebens und viele andere Phänomene zusammen? Besteller-Autor und Harvard-Psychologe Steven Pinker fasst die wesentlichen Erkenntnissen zum menschlichen Erleben und Verhalten von der Kognitionswissenschaft bis zur Evolutionsforschung zusammen. Manchmal provokativ, stets wissenschaftlich und wenig politisch korrekt. Beispiel: Pinker widmet sich dem Thema Gewalt und stellt Ergebnisse von Anthropologen vor, die zeigen, dass die Mordrate bei Jägern und Sammlern um ein Vielfaches höher liegt als in der schlimmsten amerikanischen Großstadt. Immer noch zurück zur Natur?

Hinweis: Die zweite Auflage erschien im April 2012.


 

Gerd Gigerenzer (2008). Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. München: Goldmann.


 

Martin Seligman (2012). Flourish - Wie Menschen aufblühen: Die Positive Psychologie des gelingenden Lebens. München: Kösel.


 

Ed Diener und Robert Biswas-Diener (2008). Happiness: Unlocking the Mysteries of Psychological Wealth. Malden: Blackwell.


 

László Mérö (2002). Die Grenzen der Vernunft: Kognition, Intuition und komplexes Denken. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.


 

Maja Storch und Frank Krause (2007). Selbstmanagement - ressourcenorientiert. Grundlagen und Trainingsmanual für die Arbeit mit dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM). Bern: Hans Huber.


 

Jonathan Haidt (2007). Die Glückshypothese: Was uns wirklich glücklich macht. Die Quintessenz aus altem Wissen und moderner Glücksforschung. Kirchzarten: VAK.


 

Timothy Wilson (2011). Redirect: The Surprising New Science of Psychological Change. New York: Little, Brown and Company.


 

Steffen Fliegel und Annette Kämmerer (2006). Psychotherapeutische Schätze. 101 bewährte Übungen und Methoden für die Praxis. Tübingen: DGVT.


 

Steffen Fliegel und Annette Kämmerer (2009). Psychotherapeutische Schätze II: 125 weitere praktische Übungen, Methoden und Herausforderungen. Tübingen: DGVT.


 

Malcom Gladwell (2005). Blink!: Die Macht des Moments. Frankfurt am Main: Campus.


 

Lauren Slater (2006). Von Menschen und Ratten: Die berühmten Experimente der Psychologie. Weinheim: Beltz.


 

Mark Benecke (2005). Lachende Wissenschaft: Aus den Geheimarchiven des Spaß-Nobelpreises. Bergisch-Gladbach: Bastei Lübbe.


 

Kevin Dutton (2011). Gehirnflüsterer: Die Fähigkeit, andere zu beeinflussen. München: DTV.


 

Robert B. Cialdini (2009). Die Psychologie des Überzeugens. Ein Lehrbuch für alle, die ihren Mitmenschen und sich selbst auf die Schliche kommen wollen. Bern: Hans Huber.


 

Marshall B. Rosenberg (2007). Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens. Paderborn: Junfermann.


 

Gerd Gigerenzer (2009). Das Einmaleins der Skepsis: Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken. Berlin: Berliner Taschenbuch.


 

Barry Schwartz (2006). Anleitung zur Unzufriedenheit: Warum weniger glücklicher macht. Berlin: Econ.


 

Christopher Rauen (Hrsg.). (2005). Handbuch Coaching. Göttingen: Hogrefe.


 

Martin Seligman (2003). Der Glücks-Faktor: Warum Optimisten länger leben. Bergisch Gladbach: Ehrenwirth.


 

Barbara L. Fredrickson (2011). Die Macht der guten Gefühle: Wie eine positive Haltung Ihr Leben dauerhaft verändert. Frankurt am Main: Campus.


 

Sonja Lyubomirsky (2008). Glücklich sein: Warum Sie es in der Hand haben, zufrieden zu leben. Frankfurt am Main: Campus.


 

Borwin Bandelow (2007). Celebrities: Vom schwierigen Glück, berühmt zu sein. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.


 

Reto U. Schneider (2006). Das Buch der verrückten Experimente. München: Goldmann.


 

Reto U. Schneider (2009). Das neue Buch der verrückten Experimente. München: C. Bertelsmann.


 

Hans-Peter Nolting (2012). Abschied von der Küchenpsychologie. Das Wichtigste für Ihre psychologische Allgemeinbildung.Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Im Gegensatz zur Physik doch ähnlich wie in der Medizin gibt es in der Alltagsvorstellung populäre Irrtümer, Kurzschlüsse und Missverständnisse zur Psychologie: Die Küchenpsychologie. Beispielsweise der Trugschluss, dass Aggressionen durch das Ausleben verringert werden. Das Gegenteil ist der Fall, wie jeder leicht erkennt, wenn ein Streit eskaliert. Doch ähnlich wie die Hersteller nutzloser Heilmittel in der Medizin profitieren Überzeugungstäter von unwirksamen Maßnahmen, die auf Glaube statt auf Wissenschaft setzen. Hans-Peter Nolting beschreibt in seinem Buch weit verbreitete Irrtümer, Kurzschlüsse und Missverständnisse zum Erleben und Verhalten von Menschen. Gleichzeitig bietet er eine kompakte und leicht verständliche Einführung in die wissenschaftlich fundierte Psychologie und ihrer Vorgehensweise und bieten den Lesern ein systematisches Ordnungsschema, um menschliches Erleben und Verhalten zu beschreiben und zu verändern. Den Hauptteil des Buches umfassen die drei Praxisschwerpunkte Person und Entwicklung, Zwischenmenschliches Verhalten sowie Lernen, Bildung und Erziehung. Fazit: Das Buch bietet in Bezug auf die Systematik der Psychologie und grundlegende Erkenntnisse für Psychologen wenig Neues. Doch diese sind auch nicht die Zielgruppe, sondern interessierte Laien, die einen kurze, jedoch fundierte Einführung in die Psychologie suchen. Für Psychologen und andere Experten ist das Buch dennoch aus mindestens zwei Gründen interessant: Zum einen, weil manche wichtigen Erkenntnisse in der Psychologie erst in den letzten zehn Jahren gewonnen wurden, zum anderen weil es sich für interessierte Laien eignet, also z.B. Kollegen aus anderen Fachbereichen, Klienten oder Patienten, und ich es diesen empfehle.


 

Richard Wiseman (2008). Quirkologie. Die wissenschaftliche Erforschung unseres Alltags. Frankfurt am Main: Fischer.


 

Richard Wiseman (2010). Wie Sie in 60 Sekunden Ihr Leben verändern. Frankfurt am Main: Fischer.


 

Richard Wiseman (2012). Paranormalität: Warum wir Dinge sehen, die es nicht gibt. Frankfurt am Main: Fischer.