Stern Nr. 6/2014: Glücklich im Job

Das Heft Nr. 6 des "Stern" vom 30.01.2014 bringt uns das Titelthema "Glücklich im Job" mit dem Versprechen "Wie Sie wieder mehr Spaß an Ihrer Arbeit finden". Ab Seite 54 lesen wir in dem Artikel von Franziska Reich und Anette Lache über Menschen, die in ganz normalen Berufen arbeiten und "rundherum glücklich" sind: Ein Bootsbaumeister, ein Kranführer, eine Mode-Bloggerin, eine Altenpflegerin, eine Gärtnerin, ein Finanzbeamter.

Der Artikel zitiert auch Kurt Lewin (1890 - 1947), einen bedeutender Psychologe der ersten Stunde, und seine Schrift von 1920 über die "zwei Gesichter" der Arbeit: Mühe, Kraft und Lastaufwand auf der einen Seite, Sinn und Zufriedenheit auf der anderen Seite.

Gerade dieser positive Effekt der Arbeit wird heute in der Presse, in der Forschung und in der Praxis weniger betont als die negativen Folgen von Über- oder Unterforderung durch Arbeit wie Müdigkeit, Monotonie, Stress und manchmal auch Burnout (dies es natürlich auch gibt). Dieser Beitrag im "Stern" ist wichtig, da er darauf hinweist, dass ein Leben ohne Arbeit (im Sinne einer sinnvollen Tätigkeit, dazu zählen auch ehrenamtliche Tätigkeiten oder nicht-bezahlte Arbeiten wie intensive Hobbies, in denen dennoch viel "geschafft" wird) keinen Sinn macht.

Dies erkennen wir auch an den schweren negativen Wirkungen fehlender Arbeit bzw. von Arbeitslosigkeit und der hohen Angst vieler Menschen, ihren Job zu verlieren. Dabei braucht der Mensch nicht nur das Geld zum Leben aus der Arbeit, sondern vor allem auch die Anerkennung und Wertschätzung andere Menschen, der Kollegen, des Chefs, der Familie und der Freunde. Zudem strukturieren Arbeitstätigkeiten den Tagesablauf, machen so die Tage vorhersehbar und reduzieren Angst und Ungewissheit vor der Zukunft. Arbeit gibt Sicherheit, materiell wie mental.

Doch nicht jede Arbeitstätigkeit eignet sich für jeden Menschen, wie jeder weiß. Einige Berufe und Positionen, wie z.B. Vertriebler und Führungskräfte, erfordern einen intensiven und häufigen Kontakt mit anderen Menschen – was nicht jedermanns Sache ist. Ruhigere Zeitgenossen leisten meist die beste Arbeit bei Tätigkeiten, die sie allein erledigen können und in denen präzises und sorgfältiges Arbeiten gefordert ist, wie z.B. der Datenanalyse, dem Schreiben von Texten oder dem Bedienen und Überwachen komplexer Anlagen.

Wichtig ist es daher für jeden, den passenden Beruf zu finden. Also den Beruf mit den Anforderungen, die zu den eigenen Persönlichkeitseigenschaften, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Motiven, Werten und Zielen passen. Doch wie geht das? Nun, hier gibt es eine ganze Reihe von Ansätzen, Modellen und Methoden. Ein wichtige Grundlage ist hier das Fünf-Faktoren-Modell mit seinen fünf zentralen Persönlichkeitseigenschaften. Auch das in dem "Stern"-Artikel erwähnte Hexagon-Modell (auch: RIASEC-Modell genannt) von John Holland ist ein guter Start, um sich über die eigene Person und die dazu passenden beruflichen Anforderungen klar zu werden.

Fazit: Der Text ist ein erster Anfang, um sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Und ein guter Hinweis darauf, dass Arbeit viele positiven Seiten hat bzw. haben kann, wenn man den richtigen Job hat oder (noch) findet!

Mehr:
Reich, F. & Lache, A. (2014). Ein Traum von einem Job. Stern, Nr. 6, 30.01.2014, S. 54-63.
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